Ein Elektroauto im Winter fahren

Let it snow, let it snow, let it snow…

Die häufigsten Fragen, die ich seit ich meinen Stromer habe zu hören bekomme, sind:

1) Was hast du im Winter für eine Reichweite bzw. wie wirken sich die kalten Temperaturen aus?
2) Was machst du in einem Stau? (in Anlehnung an manches Bild wo man Bilder einer Autobahn während eines starken Schneefalls sieht)
3) Wie lange braucht der bis der voll ist?

Was hast du im Winter für eine Reichweite bzw. wie wirken sich die kalten Temperaturen aus?

Durchschnittsvebrauch

Man sieht es gut auf dem Bild: Gestern Morgen war ich schon ein paar Kilometer unterwegs und es hatte zwischen -3 ° und -1°C. Sicherlich sitze ich nicht mit Winterjacke im Auto – ich habe es eher gemütlich: 20° bis 21° und Sitzheizung. Dennoch ist der Verbrauch nur etwa 10 bis 15% höher. Warum? Weil im Sommer der Wagen mit der Klimaanlage ebenfalls einen starken Verbraucher hat. Auf dem Bild sieht man, dass ich die letzten 50km einen Verbrauch von 16,6 kW/100km hatte. Basierend auf den 58% Restladung hätte ich noch eine Reichweite von 257km. Wenn ich mehr in der Stadt fahre, habe ich einen Verbrauch von etwa 18,5 bis 19 kW/100km, was auch mit daher geschuldet ist, dass ich in der Stadt öfter kurze Strecken fahre und das Auto entsprechend kalt ist. Das hat einen großen Einfluss auf die Energierückgewinnung, die Rekuperation, bei welcher der Wagen die Bewegungsenergie wieder in Strom umwandelt (was am besten funktioniert, wenn der Wagen warm ist). Daher fährt man das Auto auch idealerweise mit dem sog. „One-Pedal-Driving“: Wenn die Rekuperation das Maximale rausholt, bremst sie natürlich auch stark ab. Somit braucht man die reguläre Bremse nicht, was sich natürlich positiv in Sachen Verschleiß auswirkt. Ebenfalls hat die eingebaute Wärmepumpe einen positiven Effekt auf die Reichweite.
Nebeninfo: 16,6kW bedeuten Stromkosten in Höhe von 3,38€ auf 100km (Tarif VWEW Ökostrom NaturE-Mobil). Unterwegs zahl ich an Superchargern aktuell gar nichts und bei öffentlichen Schnellladern mit meiner Tarif-Karte (ADAC eCharge via EnBW) 29 bzw. 39 Cent / kW

Was machst du in einem Stau? (in Anlehnung an manches Bild wo man Bilder einer Autobahn während eines starken Schneefalls sieht)

Warten und Netflix schauen…

Videoapps im Tesla

Der Maximalverbrauch der Heizung liegt bei 4kW, damit verwandel ich aber den Innenraum in wenigen Minuten in einen Pizzaofen (einfach mal den „Romantikmodus“ testen). Zum Vergleich: Ein Backofen benötigt im Schnitt für 200 Grad etwa 1,5 kW. In der Regel verbraucht die Heizung im Betrieb bei warmen Auto etwa 300 bis 500 Watt. Der Akku hat bei meinem Auto ca. 82kW. Gefühlt bin ich also eher verdurstet als erfroren. Und selbst bei niedrigem Akkustand sollte dieser noch eine Zeit lang ausreichen.

Wie lange braucht der bis er voll ist?

Kommt drauf an. Daheim aktuell sehr lange, da ich NOCH keine Wallbox habe. Somit lade ich daheim mit 3kW/h. Bald werden es aber 11 kW/h. Zudem lade ich wo es gerade geht und falls es wo umsonst ist (gibt ja mehrere Stationen), lade ich möglichst auf 90 bis 95%. Wenn ich daheim bin und nur kurze Strecken fahre, lade ich nur auf 60 – 70%, was auch den Akkustand auf dem Bild erklärt. Die Ladezeit ist aber nicht nur von der Ladeleistung abhängig, sondern auch von der Akkutemperatur. Sind die Akkus kalt, komme ich bei winterlichen Temperaturen selbst an Schnellladesäulen anfangs nicht über 35kW/h, was sich nach ein paar Minuten Laden auf etwas über 50kW/h erhöht. Bei Langstrecken ist es deutlich besser: Wenn man mit Navi fährt und hier ein Supercharger-Stop eingeplant ist, dann werden die Akkus entsprechend vorgewärmt und man kommt auf >100kW/h (gefühlter Wert, hab grad nix Schriftliches).
Was mache ich währenddessen? Wenn man gerade nicht was erledigen kann, wie z. B. Einkaufen, spiele ich entweder was (der Wagen hat ziemlich viele Spiele) oder schau was auf Netflix oder Youtube. Also eigentlich das Gleiche wie daheim 😉

Die Spieleauswahl